von tara76 am Freitag, 25. Januar 2008, 16:32
Dann will ich auch mal...
Gedanklich habe ich schon immer die Meinung zu Tierrechten/Speziezismus vertreten, nach der ich heute allerdings versuche zu leben.
Ich hatte immer damit argumentiert, daß ich mir einfach nicht vorstellen könne, ohne Fleisch zu leben, da ich es einfach zu gern mochte.
Paradoxerweise habe ich aber gleichzeitig klar gesehen, daß ich als Teil der Fleischessenden Gesellschaft, mit zu der Gruppe egoistische Menschen gehöre,
der ich eigentlich gar nicht angehören möchte. Heute kann ich es gar nicht mehr nachvollziehen, wie ich zwar einerseits von der Einsicht her schon immer soweit war aber gleichzeitig nie ernsthaft in Betracht gezogen habe, nach meinen Überzeugungen zu leben.
Das Klick-Erlebnis kam von selbst, weder durch Beeinflussung von anderen Personen (ich wünschte, ich würde jemanden kennen der mich hätte schon eher soweit bringen können) oder eines konkreten Ereignisses. Also kein Video oder Bericht, kein Artikel, den ich gelesen hatte.
Zu der Zeit machte ich mir große Sorgen um unsere tierische "Mitbewohnerin", die gefährlich Krank war und der es sehr schlecht ging.
Ich saß am Tisch und von einer Sekunde auf die Nächste kippte bei mir der Schalter um und es war klar, daß ich mein Leben umstellen würde.
Ich habe den Gedanken auf der Stelle ausgesprochen um für mich und alle anderen klarzustellen, welche Bedeutung diese Einsicht für mich hat.
Das ist beinahe ein Jahr her und seitdem vergeht fast kein Tag, an dem ich mich nicht damit auseinandersetze, wie ich mein Leben so führen kann, wie es in meinen Augen richtig ist. Kein Fleisch zu essen war der erste und grundlegendste erste Schritt dahingehend.
Zu meinem Hintergrund: meine Großeltern lebten auf einem Bauernhof und hatten immer Tiere zum Eigengebrauch. Meine Eltern sind so beide damit aufgewachsen. Wir Kinder haben es also von Geburt an miterlebt und damit gelebt, daß es normal ist, Tiere zu halten, um sie aufzuessen.
Ich habe das als Kind nie bewußt hinterfragt und doch nie für richtig gehalten. In unserer Familie war das auch immer ein Thema, über das wir geredet haben.
Heute tut es mir leid, daß ich nicht früher reif genug war, um so zu leben, wie ich es jetzt tue.