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Mangelerscheinungen?

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Fragen und Antworten zu Gesundheit, Tierrechten, Ethik und Ökologie im Zusammenhang mit dem veganen Lifestyle.

Re: Mangelerscheinungen?

Beitragvon Sonny am Samstag, 14. Juni 2008, 15:31

ich kann auch nur bestätigen, daß es sehr viele widersprüchliche Meinungen in bezug auf B12 gibt. Zu jeder Studie gibt es tatsächlich eine Gegenstudie, die die vorherige wieder widerlegt.
Ich kann mich z.B. daran erinnern, daß ich eine zeitlang davon überzeugt war, daß Shitake-Pilze und Tempè B12-haltig sind. Bis das wieder widerlegt wurde. :akk:
Fakt ist nur, man braucht nur sehr wenig davon und man kann es lange speichern.

Kilian lebt, so wie ich weiß, schon etliche Jahre vegan. Da er bisher noch keine Mangelerscheinungen hat, kann er auch nicht allzuviel falsch gemacht haben.

Am Sichersten ist wohl, man läßt sich ab und zu eine B12-Spritze geben.

Zu den anderen Vitaminen und Mineralien - bei ausgewogener Ernährung braucht man sich wirklich keine Sorgen zu machen.
Ich esse seit über 30 Jahren kein Fleisch mehr und mein Milchverzehr war immer sehr bescheiden, da ich keine Milch mag oder mochte.
Seit beinahe 2 Jahren bin ich ganz vegan und fühle mich super. Ich esse mich durch die gesamte vegane Pallette durch: Obst/Gemüse/Getreide/Kartoffeln/Pilze/Hülsenfrüchte/Nüsse/Tofu und Tempe/Seitan(Weizenfleisch)
Ich esse auch ab und zu Algen oder Seetang.

Deine Ernährung sieht für mich schon recht gut aus. Viel Gemüse, Obst und auch Nüsse sind schon mal toll. Pilze und Hülsenfrüchte nicht vergessen.
Du packst das schon!
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Re: Mangelerscheinungen?

Beitragvon Caillin am Samstag, 14. Juni 2008, 15:35

Bohnen sind auch Hülsenfrüchte, oder? Die sind in manchen meiner Gemüsemischungen drin (unbehandelt, aber eben gemischt, weil bei mir alles schnell gehen muss. Ich geh um 7.00 aus dem Haus und bin manchmal erst um 20.30 oder später wieder daheim, da mag ich dann nimme lange kochen)
Ansonsten muss ich dann halt am Wochenende auf Hülsenfrüchte achte, da hab ich mehr Zeit.
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Re: Mangelerscheinungen?

Beitragvon Sonny am Samstag, 14. Juni 2008, 15:43

Ja, Bohnen sind Hülsenfrüchte, so wie auch Kichererbsen, Linsen und sogar Erdnüsse zählen zu den Hülsenfrüchten.
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Re: Mangelerscheinungen?

Beitragvon kilian am Samstag, 14. Juni 2008, 15:48

mach dir keinen stress wegen der ernährung.
hab spaß daran, neues auszuprobieren, nimm dir am wochenende mal zeit und geh in die obst- und gemüseabteilung des ladens deines vertrauens, schau dir mal alles an und probier mal sorten, die du noch nicht kennst... grad im bioladen gibts oft viel viel auswahl.

im laufe der zeit wirste ja rausfinden was dir schmeckt. koch viel selbst, mit verschiedenen ölen, mit neuen gewürzen usw... es gibt soviele lebensmittel die man einfach nicht kennt. und sogesehen ist veganismus quasi der weg zu MEHR vielfalt statt weniger :). weil man sich endlich mal mit seiner ernährung beschäftigt.

gruß:

kilian
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Re: Mangelerscheinungen?

Beitragvon Caillin am Samstag, 14. Juni 2008, 15:56

Ich hab mich vorher schon ganz viel damit beschäftigt. Im Prinzip sind viele meiner selbst gekochten Gerichte schon durch das weglassen von Fleisch vegan geworden, weil ich zum Beispiel viel mit Kokosmilch und Currypasten koche.
Viel Gemüse war schon immer drin.
Was aber die Auswahl im Bioladen angeht, kann ich das leider nicht bestätigen. Ich hol mir mein Bioobst inzwischen bei Rewe, wo ich sowieso einkaufe, mehr hat der Bioladen auch nicht und spare mir einen Weg, muss nämlich alles durch die Gegend tragen.
Zuletzt geändert von Caillin am Samstag, 14. Juni 2008, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mangelerscheinungen?

Beitragvon Sankari am Samstag, 14. Juni 2008, 15:59

die studien habe ich bewusst aus dem spiel gelassen WEIL es für jede studie eine gegenstudie gibt.


Wäre mir neu. Irgendwie kenn ich keine Studie die erzählt, dass Veganer kein B12 supplementieren müssen. Vielleicht findest du ja ein paar Studien, wo die Veganer prima B12 Speigel und Homocysteinwerte haben.
Allerdings ist das eher unwahrscheinlich.
Es wäre auch reichlich dämlich wenn es für jede Studie ne Gegenstudie gibt, denn dann würde man in der Forschung wohl kaum vorwärts kommen.
Glücklicherweise ist das nicht der Fall,

dass b12 in sauerkraut enthalten sei, steht in vielen "studien mit der aussage, dass man daher sauerkraut essen sollte.
aber da gab es z.b die entwicklung dass man jetzt sagt, dass das b12 im sauerkraut nicht aktiv ist."



Jepp genau das ist das Problem: die "Studien"
Auf irgendwelchen komischen Urkost/Rohkost/Sonnenkostseiten wird dann irgendson Professor hergezerrt der sagt, dass man sich keine sorgen um B12 machen muss.
Wenn man dann aber etwas tiefer geht, stellt man immer fest, dass der Prof nicht viel gescheites oder bewiesenes erzählt. Gute Quellen sind selten irgendwelche Internetseiten, sondern die Orginalliteratur, die meist mit "Journal of" oder ähnlichem anfängt.
Ein paar Links zu den "Studien" wären nett, sofern es sich um richtige handelt.

was hingegen relativ unerforscht ist, ist der wirkliche bedarf, die zusammenhänge mit anderen nährstoffen usw.
eine studie kommt dazu, dass pflanzenesser weniger b12-bedarf haben, eine andere behauptet das gegenteil...


Ist natürlich richtig, dass man noch nicht alles über B12 weiß. Allerdings sind die jetzigen Sachen von wegen Tagesbedarf, ab wann Mangelerscheinungen auftreten etc. sehr sicher.
Auch wenn Pflanzenesser weniger Bedarf hätten. Bedarf haben sie trotzdem. Und den können die Veganer im Moment nur sicher über angereicherte Lebenmittel etc. decken.

ich supplementiere auch. aber ich find es gefährlicher, sone panik zu schieben und eine vegane ernährung ohne supplemente per se für unmöglich zu erklären.


Ich schiebe deswegen sone "Panik", weil es hier um die Gesundheit von Veganern geht, vor allem bei Schwangeren und Neugeborenen ist es höchstgefährlich zu denken man bekommt sein B12 über Sauerkraut o.ä.. Denn was ich, und wohl alle anderen auch, nicht will sind irgendwelche zurückgeblieben Veganerkinder oder kranke Veggis. Sowas ist nämlich keine gute Werbung für Veganismus. Und solche Fälle gibts leider immer noch zu viele.
Ich halte eine vegane Ernährung ohne Supplemente/angereicherte Nahrungsmittel für ungesund, weil es bis jetzt immer an B12 mangelt auf Dauer. Allerdings ist es bei omnivorer Ernährung nicht besser. s. Link oben.
Ich habe kein Problem mit Nahrungsergänzungsmitteln, weil Omnivore genauso darauf angewiesen sind wie ich.

andere pflanzenesser nehmen mit unzerkochten, ungespritzten pflanzen sicherlich ne ganze menge b12 über kleinstorganismen auf.


Das bleibt leider bis dato Spekulation.

kühe essen z.b auch keine scheiße aber haben keinen b12-mangel - oder? woher kommt dann das b12?


Kühe haben im Magen/Darm jede Menge Bakterien, die B12 für sie herstellen.
Der Mensch besitzt diese Bakterien auch, allerdings liegen die an den falschen Stellen in Darm. (Dickdarm)
B12 wird aber im höher liegenden Dünndarm absorbiert. Daher wird unser B12 ungenutzt ausgeschieden und wir sind auf externe Quellen angewiesen.

@ sonny

Ich kann mich z.B. daran erinnern, daß ich eine zeitlang davon überzeugt war, daß Shitake-Pilze und Tempè B12-haltig sind. Bis das wieder widerlegt wurde.


Liegt einfach daran, dass nicht zwischen aktivem und inaktivem B12 unterschieden wurde, was aber nur über MMA Test geht. Viele benutzten mikrobiologische Assays, die aber auch Analoga mitmessen.
Es tauchen immer mal wieder so Sachen auf von wegen: in dem und dem Lebensmittel ist B12 drin.
Dann sollte man erstmal abwarten und Tee trinken.
Und zwar solange bis das Lebensmittel über einen konstanten Zeitraum und aus unterschiedlichen Quellen zeigt, dass es MMA-Werte senkt.
Das mit dem aktiven und inaktiven ist für viele Arbeitsgruppen auch relativ egal, weil sie sich nicht mit B12 bei Veganern beschäftigen sondern meist was ganz anderem. Daher spielt für sie die Unterscheidung zw. aktive und inaktiv nicht unbedingt eine Rolle.

Fakt ist nur, man braucht nur sehr wenig davon und man kann es lange speichern.


Teilwiese ja. Aber die Speicherzeiten sind je nach Mensch erheblich unterschiedlich und auch abhängig davon wie voll der Speicher ist. Den Speicher muss man sich erstmal anfressen. Omnis machen das über normale Nahrungsmittel. Veganer brauchen angereicherte Lebensmittel etc.
Der Speicher des Durchschnittsomnis steigt im Laufe des Lebens weil er mehr B12 aufnimmt als er braucht. Allerdings heisst das auch, dass je eher man Veganer wird umso niedriger ist der Speicher. Manche können auch schon nach einem Jahr nen Mangel bekommen. Und auch wenn man einen gefüllten Speicher hat, steigen mit der Zeit immer mehr der Homocysteinspiegel, obwohl man vielleicht noch viele Reserven hat. Und durchsowas steigt u.a. das Risiko für Herzkrankheiten.
Veganer nehmen auch überdurchschnittlich viel Folsäure auf. Das ist per se nicht schlimm (eher gut). Aber es kann auch dazu führen, dass ein akuter B12 Mangel erst sehr spät erkannt wird, weil Folsäure einen Teil der B12 Aufgaben übernehmen kann und daher die ersten B12-Mangel-Warnsymptome nicht auftreten. Sondern dann gleich die schweren Schäden durchbrechen.
Am gefährlichsten ist es wie oben schon gesagt bei Neugeborenen/Säuglingen da diese keinen B12 Speicher haben. Als Säugling bekommt man sein B12 erstmal über die Muttermilch. Wenn die Mutter Veganerin ist und nicht genug B12 zu sich nimmt dann siehts mit dem Gehalt in der Milch sehr düster aus und damit auch für die Gesundheit des Kindes.

Am Sichersten ist wohl, man läßt sich ab und zu eine B12-Spritze geben.


Das ist nicht nötig sofern man zu den sehr seltenen Fällen von Menschen gehört die B12-Absorptionsschwierigkeiten haben . Selbst dann funktionieren noch Tabletten. Wobei man entssprechend hohe Dosen täglich braucht. Diese Menschen gibts aber genauso bei Omnis. Es ist also kein spezielles Veganerproblem.

mach dir keinen stress wegen der ernährung.


*zustimm* :blume:
Sankari
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