hi,
ich habe damals überlegt, ob ich es gut finde, dass für mein essen tiere sterben. fing mit einem schlechten gewissen beim lyoner-essen an.
eltern hielten mich erstmal noch etwas ab, aber im endeffekt haben mich meine eigenen gedanken mehr überzeugt als die argumente anderer leute...
ich wurde nicht sofort veganer weil ich mich mit der thematik einfach nicht auseinandergesetzt habe. ich glaube, die leute brauchen überhaupt erstmal einen denkanstoß. wenn man sich z.b von morgens bis abends mit der bekämpfung der gentechnik einsetzt, denkt man einfach nicht unbedingt daran, dass man durch seinen lebensstil in einem total anderen sozialen bereich total hinten steht... hier bringen gute argumente m.M nach mehr als überzeugungsarbeit durch laute diskussion und so... im endeffekt hat jeder einen "schweinehund" den man erstmal überzeugen muss. und wenn jemand auf einen zurennt und einen augenrollend und gestikulierend über die gefahren der atomkraft aufklärt, dann ist die frage, ob ich nicht schon innerlich dicht mache bevor dieser mensch überhaupt seine womöglich schwerwiegenden argumente hervorbringen kann.
ich heiße es gut, wenn menschen ihre lebensweise reflektieren und konsequenzen ergreifen ohne sich ständig an der normalität zu orientieren. normalität ist ein resultat, keine ursache.
wenn leute aufgrund ihrer ökologischen einstellung ökofleisch kaufen statt fleisch aus dem supermarkt, dann finde ich das aus ökologischer sicht dann gut, wenn diese leute auch öko-obst und -gemüse kaufen. weil sonst wärs ja scheinheilig.
wenn aber jemand aus tierliebe bio-fleisch kaufen möchte, dann halte ich das für extrem inkonsequent weil es überhaupt kein problem ist, zu verstehen, dass die tötung von tieren mit tierliebe einfach nicht vereinbar ist.
möglicherweise würde ich diesen leuten das video
"artgerechte ungerechtigkeit" empfehlen

solche inkonsequenz aber auch noch loben ("die tiere haben ja paar cm mehr auslauf") halte ich für zynisch. das würde die leute doch eher zum ausruhen verleiten und eine solche leistung ist es wirklich nicht, einfach bio-fleisch zu kaufen.
für mich hängen die ganzen öko-themen alle zusammen

gentechnik, atomkraft, tierrechte, veganismus... ich wünsche mir eine welt, in der alle lebensformen ein lebenswertes (nicht definierbar), nachhaltiges leben führen können.
realpolitisch bin ich sehr am grübeln ob es überhaupt gut ist, mit leuten viel zu streiten. die überzeugung muss von innen kommen und nur die argumente kann man bringen.
ich finde es gut, leute auf weitere dinge aufmerksam zu machen.
mir war lange nicht bewusst, wie unglaublich pervers in der lebensmittelindustrie gearbeitet wird. wie kriege in afrikanischen ländern tobten, wie kinder ausgebeutet werden usw... alles unglaublich wichtige themen auf die man erstmal konstruktiv (mit ein paar impulsen

) hingewiesen werden muss.
ich brauche kein lob, wenn ich fair-trade-orangensaft kaufe. hilfreich wäre evtl. wenn mir ein hinweis gegeben würde, dass ich auch bio-fairtrade-orangensaft kaufen könnte

grüße (und schau auch in den feiertagen mal rein

):
kilian