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Befreiung vs. Freilassung

Umweltschutz ist ein aktuelles, hoch interessantes Thema.
Hier gibts Platz für Diskussion.

Was ist der effektivste Weg in Bezug auf Tierbefreiungen?

a) Tierbefreiung
6
60%
b) Tierfreilassung
1
10%
c) Eine Kombination aus beidem
3
30%
 
Abstimmungen insgesamt : 10

Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Rygel am Samstag, 4. August 2007, 21:09

Ich lese gerade in der "Tierbefreiung" einen interessanten Bericht und da wollte ich mal eure Meinung zu diesem heiklen Thema hören. Kurz zur Erklärung: Von einer Tierbefreiung spricht man, wenn man irgendwo Tiere aus ihren KZ´s befreit und für diese auch schon Pflegeplätze in Aussicht hat bzw. die Tiere mitnimmt und später in geeigneten Lebensräumen aussetzt. Eine Tierfreilassung ist "einfach" ein Zerstören der Käfige, wonach dann die meisten Tiere sich selbst überlassen werden. Die Vor- und Nachteile sind klar: Bei der Befreiung kann man nicht sehr viele Tiere aus ihrem Loch herausholen, dafür aber den geretteten ein schönes weiteres Leben fast schon garantieren, bei der Freilassung hat jedes Tier eine Chance auf Flucht und der ökonomische Schaden des Tierausbeuters ist größer, dafür werden aber auch viele von den freigelassenen Tieren direkt am nächsten Morgen wieder eingefangen, weil sie zu den gewohnten Futterstätten zurückgekehrt sind, oder die Tiere werden überfahren oder anders getötet, da z. B. Pelzfarmen selten in den natürlichen Lebensräumen von den gezüchteten Tieren liegen. Ich bin da wirklich sehr zerrissen dieses Thema betreffend und bin gespannt auf eure Meinungen. Ich stelle das Ganze mal als Umfrage rein und stimme selbst für meine Tendenz "Tierbefreiung".
Für Bärbel Schäfer bin ich von mir aus ein Faschist,
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon rosalie pig am Samstag, 4. August 2007, 21:46

ganz klar die befreiung.
eine freilassung würde kein tier überleben, und ist verantwortungslos. blinder aktionismus. ein verrat an den tieren.
meine käfighühner hätten eine solche aktion nicht überlebt. sie mußten sich erst schrittweise an die freiheit gewöhnen.
außerdem sind viele tiere körperlich und psychisch in einem desolaten zustand und müssen betreut und durch erfahrene hände versorgt werden.

ein viel größerer schaden ohne das tiere elendig draußen erfrieren, überfahren oder wieder in die käfige zurück kommen, wäre da der weg der zerstörung. gewalt gegen sachen kann hier ein mittel zum zweck sein.
:peng:
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Rygel am Samstag, 4. August 2007, 22:00

rosalie pig hat geschrieben:ganz klar die befreiung.
eine freilassung würde kein tier überleben, und ist verantwortungslos. blinder aktionismus. ein verrat an den tieren.
meine käfighühner hätten eine solche aktion nicht überlebt. sie mußten sich erst schrittweise an die freiheit gewöhnen.
außerdem sind viele tiere körperlich und psychisch in einem desolaten zustand und müssen betreut und durch erfahrene hände versorgt werden.


Das ist richtig und genauso habe ich auch im ersten Moment gedacht, aber dabei darf man nicht vergessen, daß wir hier teilweise sowieso von Todeskandidaten sprechen. Wie sieht es z. B. bei einer Pelzfarm 1 Tag vor einer "Ernte" aus? Da sind die zurückgelassenen Tiere so oder so verloren, sollte man ihnen dann nicht wenigstens eine minimale Chance durch eine Freilassung einräumen? Wo liegt der Unterschied zwischen heute überfahren und morgen vergast? :ka:
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon rosalie pig am Samstag, 4. August 2007, 22:38

Rygel hat geschrieben:
Das ist richtig und genauso habe ich auch im ersten Moment gedacht, aber dabei darf man nicht vergessen, daß wir hier teilweise sowieso von Todeskandidaten sprechen. Wie sieht es z. B. bei einer Pelzfarm 1 Tag vor einer "Ernte" aus? Da sind die zurückgelassenen Tiere so oder so verloren, sollte man ihnen dann nicht wenigstens eine minimale Chance durch eine Freilassung einräumen? Wo liegt der Unterschied zwischen heute überfahren und morgen vergast? :ka:


ich kann und möchte nicht beurteilen, ob ein vergasungstod, erfrieren, aufgefressen werden, oder ein anderer gewaltsamer tod die " bessere " alternative ist.
wenn wir hier also von sowieso überwiegenden todeskandidaten sprechen, müssen wir hier nicht anders denken und handeln ?
gibt es hier nicht möglichkeiten, um weiteren opfern dieses schicksal zu ersparen ?

wäre ich eine unabwendbar zum tode verurteilte : warum sollte ich mich für eine kurze zeit ,( stunden ) noch einmal für die freiheit entscheiden, wenn eh der henker schon wartet ?
und diese tiere haben niemals vorher den genuss der freiheit riechen und leben dürfen.
sie wissen nicht einmal, dass es sie gibt.
und deshalb : wenn schon, dann sollten wir ihnen diese freiheit nicht nur kurz, hilflos und ungeschützt, sondern mit allen möglichkeiten die machbar sind bieten, damit sie die erfahrung machen können, dass freiheit leben bedeutet.

meine käfighühner wären niemals freiwillig aus ihren boxen gekrochen. sie klammerten sich panisch in den gittern fest.
sie mussten langsam und behutsam freiheit erlernen. jedes geräusch machte ihnen angst. licht, dunkelheit, selbst stroh bedeutete bedrohung, angst und panik. erst nach ca. 2 wochen war ihr streßpegel so unten, dass sie langsam realisierten, dass es außerhalb ihres kreises etwas gab, was vorsichtig die instinkte weckte.....
und erst jetzt, nach so langer zeit in freiheit würde ich meinen, dass sie sicher, zufrieden und ein für sie angenehmes leben führen.
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Rahijana am Sonntag, 5. August 2007, 00:08

Ich glaube ich kann gar nichts mehr hinzufügen. eine einfache Freilassung geht mir mit Verantwortungslosigkeit einher. Das menschliche Tier ist verantwortlich für die nicht menschlichen Tiere, die durch menschlichen egosimus zu Tieren geworden sind, die in freier Wildbahn keine Chance hätten.

Ich würde mir große Vorwürfe machen, wenn ich eine Herde psychisch verstörter Nerze in die Freiheit setzen würde ohne sie genügend darauf vorzubereiten. Die Menschen habe die Tiere lebensunfähig gemacht, dann soll er so viel Anstand zeigen, das Tier wieder an die Freiheit zu gewöhnen.

Oder Tiere wie Hühner hätten noch weniger Chancen..es wäre mal Qual als nutzen, so wie rosalie pig schon geschrieben hat.

Tierbefreiung ja....

Tiere einfach frei lassen nein......
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Windi am Sonntag, 5. August 2007, 01:10

Um beim Beispiel der Nerze zu bleiben: m.M.n. immer noch besser "nur" eine geringe Überlebenschance in der freien Natur, als von der Bestie Mensch bei vollem Bewusstsein gehäutet zu werden.
http://projekte.free.de/tierrechtsini/nerzlib.html
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Rygel am Sonntag, 5. August 2007, 12:14

Rahijana hat geschrieben:Ich würde mir große Vorwürfe machen, wenn ich eine Herde psychisch verstörter Nerze in die Freiheit setzen würde ohne sie genügend darauf vorzubereiten. Die Menschen habe die Tiere lebensunfähig gemacht, dann soll er so viel Anstand zeigen, das Tier wieder an die Freiheit zu gewöhnen.


Um bei meinem Beispiel mit der Ernte zu bleiben: Es ist richtig, daß du psychisch verstörte Nerze in die freie Natur ausgesetzt hättest, es ist aber auch genauso richtig, daß du jeden einzelnen Nerz, den du am Vorabend der Ernte im Käfig zurückläßt, mit 100%iger Sicherheit zum Tode verurteilt hast. Am nächsten Morgen kommen nicht liebe Menschen, die die Nerze vorsichtig und behutsam wieder an die Natur gewöhnen wollen, es kommen Menschen, die jeden einzelnen zurückgelassenen Nerz vergasen oder anders töten wollen und ihnen im Zweifelsfall sogar das Fell bei halblebendigen Leibe vom Körper reißen werden. Angenommen ich lasse 300 Nerze frei und 2 davon setzen sich tatsächlich glücklich ab und schaffen es, eine Existenz zu gründen, dann sind diese 2 eine 200%ig bessere Überlebensquote, als wenn man die Käfige geschlossen hält und dem Schicksal am nächsten Morgen seinen Lauf läßt. Die Frage ist für mich, ob es nicht Situationen gibt, in denen auch eine Freilassung ihre Berechtigung hat. Ich glaube, ich ändere mal meine Wahl, gut, daß ich das so eingegeben habe. "Alles auf die Kombi, rien ne vas plus..." :zwinker:
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Rygel am Sonntag, 5. August 2007, 12:18

rosalie pig hat geschrieben:wäre ich eine unabwendbar zum tode verurteilte : warum sollte ich mich für eine kurze zeit ,( stunden ) noch einmal für die freiheit entscheiden, wenn eh der henker schon wartet ?


Das ist dabei nicht die Frage. Die ist hier vielmehr: Wenn du eine unabwendbar zum Tode Verurteile wärst und in einem Sicherheitsgefängnis leben würdest, würdest du an dem Vorabend deiner Hinrichtung eine offene Zellentür und die damit verbundene minimale Chance begrüßen oder wäre dir das egal, weil du dringend sterben wölltest? Wie stehen die Chancen bei der Ernte zu überleben? 0,0 %. Wie stehen die Chancen für eine geglückte Flucht? 0,5 %. Wenn diese Rechnung hinhaut, würde ich definitiv Tor 2 nehmen, selbst wenn die Chance noch geringer wäre. :ka:
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Sonny am Sonntag, 5. August 2007, 17:33

Meiner Meinung nach ist eine einfache Freilassung nach dem Motto: "Gittertür auf, nun sieh zu, wie du klar kommst" total verantwortungslos. Die Tiere sind meist viel zu verängstigt und viel zu gestört, um die Freiheit, die in dem Falle nur sehr kurz sein würde, zu genießen. Im Gegenteil, sie werden sich zitternd und verängstigt vielleicht nicht mal aus dem Käfig heraustrauen. So würde ich das z.B. beim Nerz sehen - er hätte gar nichts von einer geöffneten Tür... er hätte viel zu viel Angst um zu erkennen, daß er jetzt frei ist.
Befreit man Tiere aus Käfigen, unwürdigen Haltung oder woher auch immer, dann hat man auch die Verantwortung für diese Tiere zu übernehmen. Man muß entweder einen guten Platz, wo sie ein würdiges Leben führen können, für sie haben, oder man muß die Möglichkeit haben, sie entsprechend auf die zukünftige Freiheit vorzubereiten. So wie man das z.B. auf Borneo tut, wo man befreite, gerettete Orangs in einem mnchmal sehr langwierigen Prozess wieder auf das Leben in der Wildnis vorbereitet.
Mit einfachem Freilassen ist das wirklich nicht getan. Okay, das könnte man z.B. in Indonesien machen. Da fängt man Vögel in der freien Wildbahn und setzt sie dann in kleine Käfige und verkauft sie. Öffnet man heimlich diese Käfige und läßt die Vögel frei, dann finden sie wohl wieder zurück. Aber das sind Ausnahmen.
Ich habe natürlich für Tierbefreiung gestimmt.
Zwischen mir und dem kleinsten Tier liegt der Unterschied nur in der Erscheinungsform. Im Prinzip sind wir das Gleiche. Vivekananda Swami
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Re: Befreiung vs. Freilassung

Beitragvon Windi am Sonntag, 5. August 2007, 18:14

Sonny hat geschrieben:Meiner Meinung nach ist eine einfache Freilassung nach dem Motto: "Gittertür auf, nun sieh zu, wie du klar kommst" total verantwortungslos.

Meinst Du das jetzt auch in Bezug auf Nerze?
Stell Dir vor, Du hast die Möglichkeit Gittertüren zu öffnen, Du bist unbeobachtet, und Du weisst, dass am nächsten Tag die Ernte bevorsteht... in SO einem Fall würde ich es als verantwortungslos oder gar gleichgültig betrachten, die Käfige NICHT zu öffnen.


Aus meinem obigen Link:

keine gute Idee ist es, die Tiere direkt auf dem Gebiet des Todelagers freizulassen (also einfach nur die Käfigtüren zu öffnen). Es ist davon auszugehen, daß die meisten Tiere dann wieder von ihren PeinigerInnen eingefangen werden.

Die meisten, aber nicht alle.

in Fällen der sog. Nerzfarmen gibt es Erfahrungsberichte darüber, daß Nerze, die zuvor dort eingeknastet waren und dann selbst entwischen konnten oder befreit wurden, sich gut in der Natur zurechtfinden. Sie gewöhnen sich an den neuen Lebensraum und lernen schnell, Futter zu finden

Es bestehen reale Chancen...

Nerze sind wasserliebende Tiere...
...sind viele Nerze sofort, nachdem sie aus den Säcken gelassen wurden, ins Wasser gelaufen und dort geschwommen. Es sei darauf hingewiesen, daß weder sie noch viele Generationen vor ihnen, zuvor Wasser anders kennengelernt haben, als aus der Nippeltränke.

Sie verlieren also ihren Instinkt nicht... und das nach Generationen!
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