Das ist ein Thema für viele Diskussionen.
Anmerken möchte ich hier, das diese Frage generell gilt. Nicht erst abwägen um welches Tier od. welchen Menschen es sich handelt. Einfach prinzipiell.
Ich bin sehr proaktiv wenn es um das Leid u. die Rechte von Tieren geht. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde ich mich nicht um menschliches Leid kümmern.
Ich fühle mich diesbezüglich oftmals verurteilt. Aber ich habe auch meine eigenen Urteile. Bin zwar nicht immer stolz darauf, aber ich bin nunmal auch Mensch.
Jeder der ein Opfer ist, benötigt eine Stimme - benötigt Hilfe. Viele konzentrieren sich auf Aids, manche auf Grundrechte usw.
Es ist nicht so das mich menschliches Leid nicht berührt. Aber es ist nicht mein "Bereich". Ich bin mit Tieren aufgewachsen, bin ein Einzelkind... sie waren immer schon meine Gefährten. Sie waren mir schon immer näher (und auch lieber) als die Menschen.
Es werden oftmals unangenehme Fragen in den Raum gestellt:
Wenn ich ein hungriges Kind oder einen hungrigen Welpen sehe - wer von beiden verursacht in mir das stärkere Gefühl zu helfen? Der Welpe oder das Kind?
Wenn ich ein Video von einem Tier sehe, welches leidet - oder ein Video von einem Menschen der leidet. Was trifft mich mehr?
Im Grunde ist beides gleich schlimm. Leid ist Leid. Und Menschen haben für mich nicht mehr Vorrechte als Tiere.
Aber meine "Passion" liegt nunmal in Tieren und ihrem Wohlergehen.
Ich finde, den meisten Tieren geht es in unserer Gesellschaft so beschissen, das kann sich keiner vorstellen. Man denke nur mal z.B. an Käfighühner, die Küken, den Schredder. Generell haben diese Tiere viel zu wenig Menschen, die sich für sie einsetzen. Und es ist verdammt noch mal mein gutes Recht, zu sagen, das Tiere mir mehr am Herzen liegen u. das mir Tierleid näher, viel näher, geht als menschliches. Und ich kann meine Stimme, meine Handlungen geben wem ich will.
Nur weil ich Tiere vorziehe, heißt das aber noch nicht, das ich Menschen schlecht behandle od. Menschenrechte mit Füßen trete. Nein, sicher nicht. Aber es berührt mich unterschiedlich. Und ich habe mich entschieden, mich für Tiere einzusetzen. Und ich sehe keinen Grund, das immer und immer wieder rechtfertigen zu müssen.
Immer wieder kommt "setzt Du dich genauso für Menschen ein". Und da gibts ein klares "nein". Denn ich bin Tierrechtler!!! Kämen diese Personen mal auf die Idee einen Menschenrechtler zu fragen, ob er sich auf für Tierrechte einsetzt? Sicher nicht.
Sie selbst spuken große Töne von wg. Menschen. Aber selber tun, tun sie im endeffekt nix. Ich als Veganer achte auch sehr darauf möglichst Fair Trade Produkte zu kaufen. Das "Allgemeinvolk", die wissen oftmals gar nicht was Fair Trade ist od. es ist ihnen egal. Und von genau DENEN muß ich mir dann diese Scheiße anhören.
Es ist in dieser verdammten Welt fast schon ein Verbrechen, wenn man sich für Tiere einsetzt. Man bekommt beschissene Fragen vor den Latz geknallt, Unverständnis etc. pp.
Ja, manch einer (Korrektur: VIELE) sind sogar dagegen. Als Veganer biste ein Spinner, weil du versuchst Tierleben zu schützen, Leid zu vermeiden. Tierrechte; verhöhnt wird das. Und das nur weil blöder Mensch sich für so wichtig hält. Und nur weil blöder Mensch nicht vom Ego-Trip runterkommen kann u.will. Ja, "der Mensch braucht Fleisch &Co." hört man immer wieder. Verfluchte Ausreden Kapitel 1000. Alternativen werden absichtlich schlecht geredet, nur damit man selber nichts ändern muß.
Und das geht mir auf den Senkel. Tiere haben in unserer Gesellschaft keine Rechte, unser Tierschutzgesetz ist ein Witz. Und ich - meine Stimme - mein Tun gehört den Tieren!!!
Und da kann mir einer kommen wie er will. Nur weil ich Tiere vorziehe behandel ich Menschen nicht scheiße. Aber die, die wie die breite Masse den Menschen auf die ach so hohe Stufe stellen, die wiederrum behandeln die Tiere scheiße bzw. sorgen sie für ihre Qual u. ihren Tod.
Und dann noch diese Bezeichnung der Omnis für Veganer - "selbsternannte Gutmenschen". So ein Schwachsinn. Ich bin bestimmt nicht besser als andere. Unsere Lebensart ist sicherlich besser. Sie basiert auf Mitgefühl u. verschont jährlich pro Kopf tausende von Lebewesen. Aber das ist für die holde Menschheit gleich ein Grund das anzufeinden. Weil sie selber den Arsch nicht hochkriegen um was zu ändern - da schimpft man doch lieber auf die, die das positiv vorleben. Ist der bekanntlich einfachere Weg. Diese Arroganz u. Kaltherzigkeit...
Noch ein Grund mehr, Tiere vorzuziehen.
Wie seht ihr das? Wie ist eure Einstellung?



