Ich selbst war eine derjenigen, die im Sommer 2004 den damaligen Verein WASG, Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit regional mit aufgebaut hat. Später, Anfang 2005, gründete ich die örtliche Partei WASG mit.
Jedoch alles in der Hoffnung, dass sich eine soziale Partei aufbaut, die sich einfach nur für die sozialen Rechte der Bürgerinnen und Bürger einsetzt. Ich befürwortete aber –wie tausende andere Mitglieder auch- nie die Kooperation mit der PDS, die ja ihre SED-Vergangenheit nicht verleugnen kann. Ich hatte an eine soziale Partei geglaubt, wollte aber keine Sozialistische.
Ich wurde in den örtlichen Vorstand gewählt, engagierte mich bis zur Landtagswahl in NRW im Jahr 2005. Bei dieser Wahl erreichte die damalige WASG aus dem Stand heraus 2,2%, was mich einerseits begeisterte, weniger begeistert war ich allerdings als Oskar Lafontaine im gleichen Atemzug verkündete, dass er aus aus der SPD austreten und der WASG beitreten werde.....ABER NUR DANN, wenn die WASG mit der PDS fusionieren würde. In diesem Moment wurde mir übel. Ich hielt bis zu diesem Tag sehr viel von Lafontaine, aber mit dieser Forderung stellte ich ihn schon in Frage.
Etwa zu dieser Zeit stieß ich auf einen Aufsatz aus dem Jahr 2003 von Michael Brie und der Rosa Luxemburg-Stiftung „Ist die PDS noch zu retten?“ Hier: http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls ... te0303.pdf
Dieser Aufsatz handelt von der Gründung einer „neu zu gründenden, unabhängig erscheinenden Partei“, die sich dort noch PDS Plus nennt (ab Sommer 2004 „WASG“), die dann mit der PDS „scheinbar fusioniert“, um „dem biologisch bedingten Mitgliederschwund der PDS“ (also ehemals SED-Funktionäre) „entgegenzuwirken“ (sinngemäß), usw.....
Nach dem Lesen dieses 44-seitigen Papiers ist mir jedenfalls einiges klar geworden und ich stieß parallel dazu auf den Leverkusener Kreis, der damit auch nicht einverstanden war. http://de.wikipedia.org/wiki/Leverkusener_Kreis.
Die Rosa Luxemburg-Stiftung mit Michael Brie arbeiteten im Mai 2003 nach dem katastrophalen Ergebnis für die PDS in der ButaWa 2002 diesen Plan aus, der die PDS im Westen festigen sollte. Nach der Gründung der WASG (im Aufsatz "PDSPlus") zeigte sich, dass die WASG im Westen Fuß fasste und die PDS im Osten sowieso schon stark war.....der Plan ging auf....denn jetzt musste man "beide" (obwohl faktisch ja nur Eine) Parteien nur noch zusammenbringen und schon hat man "Die Linke", die in Ost und West zumindest schon über 5% bei den Wahlen kommt. (Bis dahin schaffte es die PDS im Westen nicht, über die 5%-Hürde zu kommen.)
Ich bemühte mich, meine Vorstandskollegen davon zu überzeugen, dass da wohl etwas nicht mit rechten Dingen zuging, aber je mehr ich versuchte, desto mehr kam ich in die Schusslinie......wie auch andere Mitglieder bundesweit zu dieser Zeit, die der nach Macht strebenden Führungsriege ein Dorn im Auge war.
Meine Vorstandsgenossen, mit denen ich mich bis dato gut verstanden habe (weil ich bis dahin ja den gleichen Mainstream unterstützte), wurden sogleich wütend, dass ich das nicht gut fand. Es blieb aber nicht nur bei der Wut. Je deutlicher ich machte, dass ich solch ein undemokratisches Vorgehen nicht mitmache, desto mehr wurde ich beschossen, verachtet, missachtet, vor versammelter Mannschaft lächerlich gemacht, ausgegrenzt.....
Mit einem saftigen öffentlichen Austrittsbrief verließ ich schließlich diese öffentlich als demokratisch deklarierte Partei. Etwa zeitgleich mit mir (kurz vor der Bundestagswahl 2005) verließen noch mindestens 2000 andere Mitglieder aus den gleichen Gründen die WASG (zu dieser Zeit hatte die Partei etwa 10000 Mitglieder).
Was mir auch erst später bewusst wurde war, dass der Rest des Vorstandes sowieso im linksextremen Bereich zu finden war....daher war es sinnlos, deren Stimme gegen diese undemokratischen Machenschaften zu gewinnen versuchen.
So legte ich also mein Amt im Vorstand nieder und verließ auf schnellstem Weg eine Partei, die es nicht mal mehr für nötig hält, sich „demokratisch“ zu nennen. Aber wenigstens sind sie ehrlich, denn wehe es hat jemand eine eigene Meinung, erschießen ist verboten, aber beschießen ist erlaubt....und wenn dann bitteschön so, dass der beschossene freiwillig das Weite sucht.......
Diese Partei ist auch nichts anderes als eine Nachfolgepartei der sozialistischen Einheitspartei (SED) mit blinden Westdeutschen, die im guten Glauben an die Demokratie und einen Sozialstaat, sich von sozialistischen Rattenfängern (sorry, liebe Ratten) haben einfangen lassen...... Sozialstaat gerne, aber sozialistische Diktatur nein danke.
Die Linke demonstriert nach außen hin die Demokratie, nach innen hin wird aber der Sozialismus gelebt, wer nicht mitmacht, muss gehen. Sozialismus und Demokratie passt nicht zusammen, weil der Sozialismus fordert, dass alle gleich sein sollen. Demokratie ist etwas für Individualisten und diese können nicht alle gleich sein.....
http://www.online-polemik.de/wasg-pds-linke.htm
http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_ ... &idart=928


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