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Steckt das Böse in Jedem/r?

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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon lioninwinter am Sonntag, 18. Mai 2008, 13:19

Bezugnehmend auf die Fragestellung: JA. Das Böse ist nicht nur eine theoretische oder religiös-metaphysische Konstante, sondern ist ebenso ein Fakt.
Philosophisch gesehen, ist das Böse ein falsches Verhalten innerhalb eines für eine Gesellschaft gesteckten ethischen Feldes, d.h. bestimmte als ethisch anerkannte Kategorien werden präskriptiv und normativ benutzt.
Da das Gute und das Böse als Begriffe jedoch kontextualisiert werden müssen, müssen bei der Beurteilung auch gleichzeitig die situativen Elemente beachtet werden, in welchen eine 'ethische Verfehlung stattfindet', d,h. alles dies was gemein hin unter der Begriff der Subjektivität oder des Relativismus fällt. Ein Mensch, der von sich selbst überzeugt ist, richtig zu handeln, wird schwerlich seine Taten als 'böse' klassifizieren.
Und genau hierbei lässt sich eine gemeinsame Schnittmenge aller philosophischen Auslegungen herstellen, denn was 'Gut' und 'Böse' ist, hängt entschieden von den Taten, also der Handlung ab.
Wenn der Mensch innerhalb sozialer Normen bestimmte Handlungen ausübt, so passiert dies zumeist nicht durch die Einsicht in dessen grudlegende Elemente, sondern vielmehr weil er sich der Reflexion seines Verhaltens sperrt. Dies kann man dann auch schlichtweg als Realitätsferne bezeichnen.
Sittliche Normen integrieren und exponieren biologische oder jurischen Normen in Bezug auf ein freies Ausleben menschlichen Handelns und sind daher Wertvorzugsurteile.
Darüber hinaus gibt es jedoch auch deontologische Normen die absolut gesetzt werden und daher überzeitlich ein bestimmtes Verhaltensmuster verurteilen und ablehnen.
Teleologische Normen gebieten oder verbieten im Hinblick auf die Wirkungen des Handelns (z.B das Töten unschuldigen Lebens).
Worauf es letztendlich ankommt, wenn man die beiden letzten Positionen in Betracht zieht, ist die Empathie, welche das gute und das böse Handeln unterscheidet. In der konkreten Situation heisst dies, dass jedes Handeln als böse klassifiziert wird, welches aus der Erfahrung heraus einem anderen Lebewesen bewusst Leid zufügt, indem ich meine Subjektivität über das des anderen stelle. Und dies wiederum betrifft dann somit die Bereiche des Moralischen, Metaphysischen und Ethischen.
Ob ich nun das Böse als metaphysische Konstante im Sinne eines religiösen Verständnisses werte oder nicht, ist nebensächlich, denn das Böse manifestiert sich im Handeln und dem Ziel, dem ich einer Handlung gebe. In diesem Punkt decken sich die grundlegenden Gedanken von Kant, Jaspers und Spinozas.

Der Mensch hat die Handlungsfreiheit, Leid zu vermeiden und sich damit für das Gute zu entscheiden, oder dem Böse zu folgen und damit zu schaden. Beides ist angelegt, es ist nur die Frage, welchen Weg ich gehen möchte. Sprich das gute alte Motto: "Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu."

Liebe Grüße
lioninwinter
Zuletzt geändert von lioninwinter am Sonntag, 18. Mai 2008, 13:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon kilian am Sonntag, 18. Mai 2008, 13:44

:shock: :?: :?:
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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon lioninwinter am Sonntag, 18. Mai 2008, 13:54

:totlach:
Kilian, jetzt sei nicht so, du weißt doch, hier lesen hoch intellektuelle Köpfe mit, welche UNS vorwerfen, die grundlgenden wissenschaftlichen Beweisketten nicht liefern zu können... :zwinker:, denen müssen wir schon philosophisch beikommen, wenn es um so ein brisantes Thema geht. Die Quintessenz steht darüber hinuaus ja fettgedruckt...

:zwinker:
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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon misi am Sonntag, 18. Mai 2008, 14:58

Wenn Menschen andere Menschen, die sich direkt neben ihnen befinden, bis zur Bewusstlosigkeit foltern , nur weil es ihnen irgendein Professor sagt, ist es garnicht so verwunderlich das es immernoch Menschen gibt die sich vom Fleisch anderer Tiere ernähren, schließlich sagt es einem ja die gesammte Gesellschaft und die geschlachteten und meist gefolterten Tieren befinden sich nicht neben ihnen sondern weit weg und hinter Betongmauern
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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon Sunshine48485 am Dienstag, 20. Mai 2008, 00:34

Diese Galileo Mystery Sendung ist doch wirklich das allerletzte! Eine so unwissenschaftliche Sendung habe ich noch nie gesehen, erstmal wird das allseits bekannte Stromstoss Experiment als "Neu" aufgeführt, dann ein paar Einzeltaten schlimmer als in jeder Boulevardpresse aufmerksamkeitsheischend aufbereitet und noch ein bisschen Sensationslust eingespielt. Wir sind ja schon fast auf Ami-Niveau hier. Ausserdem kann mir keiner erzählen, dass das spektakuläre Experiment nicht von oben bis unten gestellt ist. Welcher Mensch würde denn die Ausstrahlung seiner Grausamkeit erlauben, ich wette um alles, dass es sich um einen Schauspieler gehandelt hat.
Das der Mensch zu bösen Taten fähig ist wird wahrscheinlich sowieso niemand bestreiten. Aber ein Minimum an Objektivität sollte auch in einer Fernsehsendung eingehalten werden. (Musste ich mal loswerden!)
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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon kilian am Dienstag, 20. Mai 2008, 08:13

hi sunshine,
willkommen hier :)

wie gesagt: ich find die sendung auch nicht so prickelnd. aber das experiment fand ich interessant. wusste nicht, dass es das sowieso schon gab.
gruß:
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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon xena am Dienstag, 20. Mai 2008, 16:06

das Experiment gibts in jedem Psychologielehrbuch sowie es in der Schule verwendet wird!
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Re: Steckt das Böse in Jedem/r?

Beitragvon Ayana87 am Dienstag, 20. Mai 2008, 16:09

Naja, wie ja schon gesagt wurde, ist das Experiment nicht wirklich neu. Das von Galileo vorgestellte Experiment wurde in den 60er Jahren von einem gewissen Professor Stanley Milgram erstmals durchgeführt. Ziel war es, die Beziehung zwischen Autorität, Gehorsam und Aggression zu erklären. Ich vermute in der Galileo folge wurde das Experiment einfach nachgestellt. :akk:
Es ist doch oft auch im ganz alltäglichen Leben so, wie es dieses Experiment verdeutlicht. Sagen wir ein x-beliebiger Arbeiter in einem Betrieb wird befördert. Während er sich zuvor stets über die Rücksichtslosigkeit seiner Vorgesetzten beklagt hat, wird er nun höchstwahrscheinlich genau das gleiche Verhalten zeigen, dass ihn zuvor so verärgert hat. Denn jetzt muss er ja seinem neuen Aufgabenbereich entsprechend handeln. Die Probleme seiner Untergebenen gehen ihn nun nicht mehr so viel an wie zuvor. Er handelt jetzt "im Sinne des Unternehmens". Er hat jetzt einen höheren Autoritätsanspruch.
Menschen handeln häufig, vollkommen autoritätshörig, auch wenn sie sich dessen überhaupt nicht mehr bewusst sind. Man schaue sich nur mal einige der Aufseher in den damailgen Konzentrationslagern an. Viele haben diese Verbrechen begangen, weil ihnen das von einer Autorität so aufgetragen wurde. Das sieht man auch in jedem x-beliebigen Krieg immer wieder. Welcher Mensch würde denn unter "normalen" Umständen eine Bombe auf ein Stadt abwerfen. Auch hier verlassen sich die Piloten auf die Entscheidungsfähigkeit ihrer Vorgesetzten, und darauf, dass diese schon wissen was sie tun.

Jetzt fühle ich mich irgendwie leicht wirr im Kopf :wirr:
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