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Rosarote Veganerwelt

Alle Beiträge rund ums Weltgeschehen gehören in diesen Bereich.

Rosarote Veganerwelt

Beitragvon Rygel am Freitag, 20. Juni 2008, 20:17

O. k., das Thema geistert schon seit einigen Tagen durch den Gastbereich, heute nach der Arbeit wurde ich auch nochmal drauf angesprochen, deshalb will ich es doch nochmal hier thematisieren. Warum nehmen sich andere Menschen ständig heraus, uns Veganer als Träumer abzukanzeln, die eine Welt anstreben, die angeblich absolut utopisch ist und deshalb schon von vorneherein jeder Versuch lächerlich ist, sie ein stückweit zu erreichen? Ich will hier gar nicht bestreiten, daß ein zeitnahes Erreichen einer veganen Welt tatsächlich Science-Fiction ist, aber was unterscheidet den Veganer in seinen Träumen von einem Anti-Rassisten oder Anti-Sexisten? Eine Welt ohne Rassisten und Sexisten ist genauso utopisch wie eine Welt ohne Tierquäler, warum lacht aber niemand den Anti-Rassisten aus, wenn er dafür auf die Straße geht bzw. diese Welt in Diskussionen thematisiert? Warum wirft man den Veganern eine Radikalität vor und gibt diese als Grund dafür an, daß sie ihre Ziele niemals erreichen werden, wenn es in anderen Bewegungen genauso gehandhabt wird, und das mit beachtlichen Erfolgen? Wer hat denn den Kampf gegen den Sexismus/Rassismus angestoßen und kämpft jetzt dagegen? Das waren ja wohl auch ein paar Tausend "Radikale", die dann eine positive Lawine losgetreten haben, auf die Straße gehen auch nur die "Radikalen" und nicht Vati und Mutti Durchschnittsbürger. Was wollen diese Hirnis uns also erzählen, wenn sie von einer rosaroten Brille der Veganer schwadronieren und uns raten, das Ganze realistisch zu sehen und aufzugeben, weil eine vegane Welt nur eine Wunschvorstellung ist? Warum raten sie sowas dann nicht auch anderen Gruppierungen, gerade Sexisten gibt es doch noch immer wie Sand am Meer, warum sollte das dann ein Grund sein, um den Kampf dagegen als unrealistisch aufzugeben?
Für Bärbel Schäfer bin ich von mir aus ein Faschist,
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für die anderen um mich herum bin ich nur ein Moralist,
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon waran am Freitag, 20. Juni 2008, 20:29

Ich vermute es geht gar nicht darum, Veganer irgendwie lächerlich zu machen, sondern
eher darum die eigene Lebensweise mit gutem Gewissen ertragen zu können. Ich denke
mal, das war in der Antike nicht anders: "Da gibts ein paar Spinner, die wollen uns unsere
Sklaven madig machen. Soll ich etwa meine Hausarbeit selbst machen??!".

Der Weg von Wissen über Erkenntnis zur Überzeugung braucht aber seine Zeit. Bei manchen
länger und bei Anderen weniger (manchmal auch länger als das ganze Leben). Damit muss
man sich abfinden und das Beste draus machen.

Lass den Kopf nicht hängen ;)
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon Sonny am Samstag, 21. Juni 2008, 09:07

Genau, es geht denen nur um die Rechtfertigung ihrer eigenen Lebensweise.
IUch erlebe es tagtäglich in meinen eigenen 4 Wänden... :heul:
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon Rygel am Samstag, 21. Juni 2008, 13:30

waran hat geschrieben:Lass den Kopf nicht hängen ;)


Das sowieso nicht, es regt mich halt nur auf, vor allem wenn dieses Gequatsche nicht von Anti-Veganern und gewissen Gästen kommt, sondern von jemandem, der ansonsten wirklich intelligent ist, für viele schwierige Sachen wie Anti-Rassismus oder Tibet-Politik gerade steht, dafür auch auf die Straße geht und ständig (berechtigterweise) seinen Mund dazu aufmacht. Und so jemand erzählt mir dann etwas von einer utopischen Veganerwelt? Als ich ihn dann auf seine utopische antirassistische Welt angesprochen habe, kam erstmal nur noch Gestammel, dann der übliche Hinweis, daß man sich als Mensch doch erstmal um die Menschen zu kümmern hätte. Auf meinen Konter "Wie der Deutsche sich erstmal um die Deutschen zu kümmern hat?", kam dann nur noch das obligatorische "Das ist etwas ganz anderes, mit dir kann man nicht diskutieren". :gaehn: Inzwischen bin ich wirklich so weit, daß ich rassistische Tierrechtler und omnivore Anti-Rassisten für die geistig beschränktesten Leute überhaupt halte, denn wie kann man ernsthaft politisch aktiv sein und sich für eine Sache mit seinem Herzblut einsetzen, aber sobald die Opfergruppierung gewechselt wird, sich exakt den Vorgehensweisen und der Propaganda seiner angeblichen Feindbilder bedienen? Das definiere ich entweder als geisteskrank, pseudomäßig oder unglaublich naiv.
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon skorpion am Sonntag, 22. Juni 2008, 13:49

Rygel hat geschrieben: Warum nehmen sich andere Menschen ständig heraus, uns Veganer als Träumer abzukanzeln, die eine Welt anstreben, die angeblich absolut utopisch ist und deshalb schon von vorneherein jeder Versuch lächerlich ist, sie ein stückweit zu erreichen?


Ich kann natürlich nur für mich selber "sprechen". Und ich als Veganer, bezeichne mich ganz und gar nicht als Träumer, sondern wohl eher als Realist.
Obwohl ich sehr oft das Bedürfnis habe, in eine Traumwelt abzutauchen. Denn manchmal bringt mich diese unendliche Hilflosigkeit an den Rand der
Verzweiflung :heul: Aber trotzdem lebe ich in der Realität und weiß, daß sich z.B. an der Massentierhaltung oder grundsätzlich an der Tierquälerei
nichts ändern wird und der Mensch weiterhin immer schön sein ignorantes, egoistisches Verhalten beibehält.
"Der Mensch speist ignorant sein selbstentwickeltes System, das dazu in der Lage ist, fühlende und leidende Individuen zu Nutz- und Schlachttieren verkommen zu lassen.” (soylent-network)
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon kilian am Sonntag, 22. Juni 2008, 15:27

ich frag mich manchmal, wie sehr man sich der realität entziehen muss um ein "ganz normales", langweiliges leben zu führen ohne dabei wahnsinnig zu werden...
"Der Mensch ist das einzige Tier, das erröten kann - oder sollte." Mark Twain
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon Miriam am Montag, 23. Juni 2008, 08:13

kilian hat geschrieben:ich frag mich manchmal, wie sehr man sich der realität entziehen muss um ein "ganz normales", langweiliges leben zu führen ohne dabei wahnsinnig zu werden...



Das denke ich mir auch sehr oft.....
"Wenn du sogenannte Tiere liebst dann liebe alle, nicht nur die, die du als dein bezeichnest!"

Extrem sind die Verhältnisse, die dazu führen, dass man "unsere" Ernährung "vegan" nennen muss.
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon Battle Cat am Montag, 23. Juni 2008, 10:43

Rygel hat geschrieben:O. k., das Thema geistert schon seit einigen Tagen durch den Gastbereich, heute nach der Arbeit wurde ich auch nochmal drauf angesprochen, deshalb will ich es doch nochmal hier thematisieren. Warum nehmen sich andere Menschen ständig heraus, uns Veganer als Träumer abzukanzeln, die eine Welt anstreben, die angeblich absolut utopisch ist und deshalb schon von vorneherein jeder Versuch lächerlich ist, sie ein stückweit zu erreichen? Ich will hier gar nicht bestreiten, daß ein zeitnahes Erreichen einer veganen Welt tatsächlich Science-Fiction ist, aber was unterscheidet den Veganer in seinen Träumen von einem Anti-Rassisten oder Anti-Sexisten? Eine Welt ohne Rassisten und Sexisten ist genauso utopisch wie eine Welt ohne Tierquäler, warum lacht aber niemand den Anti-Rassisten aus, wenn er dafür auf die Straße geht bzw. diese Welt in Diskussionen thematisiert? Warum wirft man den Veganern eine Radikalität vor und gibt diese als Grund dafür an, daß sie ihre Ziele niemals erreichen werden, wenn es in anderen Bewegungen genauso gehandhabt wird, und das mit beachtlichen Erfolgen? Wer hat denn den Kampf gegen den Sexismus/Rassismus angestoßen und kämpft jetzt dagegen? Das waren ja wohl auch ein paar Tausend "Radikale", die dann eine positive Lawine losgetreten haben, auf die Straße gehen auch nur die "Radikalen" und nicht Vati und Mutti Durchschnittsbürger. Was wollen diese Hirnis uns also erzählen, wenn sie von einer rosaroten Brille der Veganer schwadronieren und uns raten, das Ganze realistisch zu sehen und aufzugeben, weil eine vegane Welt nur eine Wunschvorstellung ist? Warum raten sie sowas dann nicht auch anderen Gruppierungen, gerade Sexisten gibt es doch noch immer wie Sand am Meer, warum sollte das dann ein Grund sein, um den Kampf dagegen als unrealistisch aufzugeben?

Sehr gut verfasst.

Die Antwort scheint einfach. SIE sind es, die wg. ihrer Eitelkeit die Realität nicht ertragen können. Und ihre Bequemlichkeit u. Ignoranz entschuldigen sie mit "die anderen sind Spinner". Das Mitläufersyndrom lässt grüßen.
In Loving Memory... TSWITCHY *25.05.2003 +24.03.2008
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon Windi am Montag, 23. Juni 2008, 12:25

Battle Cat hat geschrieben: Und ihre Bequemlichkeit u. Ignoranz entschuldigen sie mit "die anderen sind Spinner". Das Mitläufersyndrom lässt grüßen.


Und solange die Omnis in der Überzahl sind (und wahrscheinlich werden sie das leider noch lange sein), werden sie immer und immer wieder damit "argumentieren".
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Re: Rosarote Veganerwelt

Beitragvon Neko am Montag, 23. Juni 2008, 21:45

kilian hat geschrieben:ich frag mich manchmal, wie sehr man sich der realität entziehen muss um ein "ganz normales", langweiliges leben zu führen ohne dabei wahnsinnig zu werden...


Das denke ich mir auch nur zu oft. Dabei muss ich immer an den Film Matrix denken. Davor haben doch einfach die Meisten große angst. Eines Tages aufzuwachen und (erstaunlicherweise) zu merken, dass die Realität doch kein Ponyhof ist. Das seh ich immer wieder, wenn ich mit Freunden und der Familie rede. Thema Ernährung -> Blockade. Da wird man dann schnell als Träumer, Sonderling oder sonstwas hingestellt. Denke mir, das ist einfach ein Schutzmechanismus des Geistes :D Da lebe ich lieber nicht in einer Scheinwelt, auch wenns nicht immer einfach ist. ;)
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