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Holocaust-Vergleiche

Alle Beiträge rund ums Weltgeschehen gehören in diesen Bereich.

Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Battle Cat am Mittwoch, 6. Februar 2008, 07:27

Mir auch! :(

Wenn ich vorm abschicken nicht alles kopiere, dann siehts schlecht aus.

Kilian!!! Wir ham's Dir doch gesagt. Wir brauchen vBulletin! :nick:
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Sonny am Mittwoch, 6. Februar 2008, 14:13

Das ist mir auch schon passiert!
Wenn ich etwas mehr schreibe, kopiere ich immer zwischendurch mit der rechten Maustaste....
Aber immer denke ich auch nicht daran.
Zwischen mir und dem kleinsten Tier liegt der Unterschied nur in der Erscheinungsform. Im Prinzip sind wir das Gleiche. Vivekananda Swami
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Battle Cat am Mittwoch, 6. Februar 2008, 14:21

Da Kilian, siehst Du... wir brauchen... vBulletin. Dann klappts auch mit'm antworten. :mrgreen:
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon lioninwinter am Mittwoch, 6. Februar 2008, 14:36

Sehr heikles Thema. Als ich sie Kampagne mitbekam, dachte ich mir nur 'Au Backe - das gibt Ärger'
Zum einen, da man damit ein historisches Thema anspricht, welches der Großteil der Bevölkerung noch nicht wirklich verarbeitet hat. Die einen nicht, weil sie selbst Opfer waren, die anderen weil sie passive oder aktive Täter waren, wieder andere, weil sie es - abgeschieden in Buxtehude - schlichtweg wirklich nicht mitbekommen haben und wieder andere, weil sie an die Auschwitz-Lüge glauben. Die Grauzone dazwischen lassen wir einmal unebeachtet. Zum anderen, weil die Schockwirkung enorm, die Reflexion aber zu gering war.


PeTAs plakative Gleichsetzung der äußerlichen Phänomene von Shoah und Schlachthofgesellschaft erzeugt im anthropozentrischen Geist eine Kränkung des menschlichen Selbstbildes. Der aktuelle Diskurs bedient also hauptsächlich die öffentliche Empörung, die durch den Schock der Thematisierung des Massenmordes an Tieren ausgelöst wird.


Es geht hier m.E. nicht nur um den Diskurs der Kränkung des menschlichen Selbstbildes. Das Fundament, auf welchem der Diskurs gebaut ist, ist wacklig. Die Schlachthofgesellschaft 'bedient' sich des Körpers und der Seele des Mirgeschöpfs aus rein kapitalistischen Erwägungen. Das Tier avanciert damit zur Produktionseinheit, zum Geldwert. Auf der rücksichtslosen Vernichtung unserer Mitgeschöpfe fusst unsere Industrie. Die Vernichtung eines Volkes unterliegt jedoch ganz anderen Bedingungen. Wenngleich aus den Leichen der Toten Lampenschirme, Schmuck und medizinische Erkenntisse gewonnen wurden, so ist der Vergleich mit den 'Vernichtungslagern der Tiere' jedoch nicht gleichwertig.
Unsere Mitgeschöpfe werden nicht vernichtet und gegessen, weil man sie als ethnische oder politische Gruppe als minderwertig empfindet und daher ihre Ausrottung vorantreibt (Iss ein Schnitzel, wenn du Schweine hasst), nein, sie werden brutal getötet, wei sie einen Geldwert symbolisieren. So brutal das auch jetzt klingen mag, die Menschen, die man in den Lagern getötet hat, wurden nicht verarbeitet. Ihre Arbeitskraft und ihr Eigentum wurde eingesetzt und dem Staat nutzbar gemacht, aber nicht der Körper und auch nicht ihre Seele.
Von daher, sehe ich den Diskurs nicht ganz geglückt.

Eine Kritik an den tierfeindlichen Verhältnissen dieser Gesellschaft sollte sich darauf konzentrieren, das Wesen von Tierausbeutung zu analysieren, anstatt ihre Phänomene zu vergleichen.


Das sehe ich auch so. Wenn man historische Ereignisse heranzieht, muss man immer damit rechnen, dass der Grossteil der Gesellschaft die sozio-kulturellen Hintergründe nicht kennt und daher emotional auf den Diskurs reagiert. Und da man eben die Hintergründe und die philosophische Diskursivität nicht nutzen kann, wenn man sich in dem Thema nicht wirklich auskennt, dann verfehlt die Intention ihr eigentliches Ziel.

Die Arbeiten von Avenging Animals oder Soylent sind daher viel mehr geeignet, denn sie versuchen den unmittelbaren Vergleich herzustellen ohne sich dabei der reinen Schockwirkung zu bedienen. Nicht dass ich Schockwirkungen per se falsch finde, doch das Problem ist, dass sich viel zu wenige wirklich Gedanken darüber machen, welche Intention sich dahinter verbirgt, sondern rein in der Analyse des propagandistischen Gedankenguts verankert bleiben.

Bei einem reflektierten Menschen kam die Botschaft sicher an, doch die Mehrheit hat die Kampagne verfehlt und das Gegenteil bewirkt.
Bei der PeTa-Kampagne hätte man vielleicht ein wenig mehr differenzieren sollen. Doch alles in allem, war es wirkungstechnisch sicher gut, einmal darüber nachzudenken, was da eigentlich passeirt. Doch sozio-kulturell, politisch und ideell war es nicht wirklich gut getroffen.

Liebe Grüße
lioninwinter
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Lucy am Mittwoch, 6. Februar 2008, 15:07

Zorra hat geschrieben:anderseits frage ich mich ob es stimmt...
vielleicht war jemand nur nicht wirklich willig :akk: :pfeif:
(dann ist ein "Programmversagen" natürlich eine glänzende Idee 8-) )


Du traust mir zu, dass ich solche Geschichten erfinde? :shock:


Battle Cat hat geschrieben:Kilian!!! Wir ham's Dir doch gesagt. Wir brauchen vBulletin! :nick:


Jaaaa, genau!


@ lioninwinter
Deinen Ausführungen kann ich nichts hinzufügen. So in etwa hatte ich es auch geschrieben, bevor sich meine Zeilen in Luft auflösten *immernochsauerbin* Gefällt mir sehr gut, wie Du es ausgedrückt hast :prima:

Wenn ich es nachher noch schaffe, schreibe ich nochmal was.
Erde u. Mars treffen sich im Weltall.Mars zur Erde:Wie geht's Dir? E:Ach,schlecht,ich bin krank.M:Warum,was hast Du denn?E:Homo Sapiens.M:Ach,das ist nicht schlimm.Geht schnell vorbei,hatte ich auch mal.
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Battle Cat am Mittwoch, 6. Februar 2008, 15:10

lioninwinter's Beitrag war wirklich sehr, sehr gut!!! :prima:

Du traust mir zu, dass ich solche Geschichten erfinde?

Glaube sie wollte Dich nur ärgern. :mrgreen:

Jaaaa, genau!

:nick: :nick: :nick:
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Lucy am Mittwoch, 6. Februar 2008, 15:14

Battle Cat hat geschrieben:
Du traust mir zu, dass ich solche Geschichten erfinde?

Glaube sie wollte Dich nur ärgern. :mrgreen:


Das will ich mal hoffen..... :hmm:
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Zorra am Mittwoch, 6. Februar 2008, 15:46

Lucy hat geschrieben:
Battle Cat hat geschrieben:
Du traust mir zu, dass ich solche Geschichten erfinde?

Glaube sie wollte Dich nur ärgern. :mrgreen:


Das will ich mal hoffen..... :hmm:

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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon Zorra am Mittwoch, 6. Februar 2008, 15:56

lioninwinter hat geschrieben: So brutal das auch jetzt klingen mag, die Menschen, die man in den Lagern getötet hat, wurden nicht verarbeitet. Ihre Arbeitskraft und ihr Eigentum wurde eingesetzt und dem Staat nutzbar gemacht, aber nicht der Körper und auch nicht ihre Seele.
Von daher, sehe ich den Diskurs nicht ganz geglückt.

das habe ich nicht ganz verstanden :akk:
Die Sache mit dem Körper und der Seele...


Das sehe ich auch so. Wenn man historische Ereignisse heranzieht, muss man immer damit rechnen, dass der Grossteil der Gesellschaft die sozio-kulturellen Hintergründe nicht kennt und daher emotional auf den Diskurs reagiert.

Die Gefahr besteht immer, wenn sich jemand gegen "die Norm" stemmt.


Bei der PeTa-Kampagne hätte man vielleicht ein wenig mehr differenzieren sollen. Doch alles in allem, war es wirkungstechnisch sicher gut, einmal darüber nachzudenken, was da eigentlich passeirt. Doch sozio-kulturell, politisch und ideell war es nicht wirklich gut getroffen.

also ein klassisches "Jein" Deinerseits :?:
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Re: Holocaust-Vergleiche

Beitragvon lioninwinter am Mittwoch, 6. Februar 2008, 22:45

das habe ich nicht ganz verstanden :akk:
Die Sache mit dem Körper und der Seele...


Stimmt, das hätte ich noch mehr erklären sollen. Ich bin ein Anhänger der ganzheitlichen Körperlichkeit, d.h. Körper kann ohne Seele nicht sein, das Feinstoffliche ist mit dem Grobstofflichen verbunden und die Seele zeichnet sich im Körperlichen ab. Wenn ich den Körper kannibalistisch nutzbar mache, dann zerstört man auch den Seelenanteil. Eine philosophisches Rudiment aus meiner 'heidnischen Zeit' bei den Indianern. Ich glaube auch daran, dass Tiere ein Seele haben. War so ein philosophischer Schlenker, sorry.

Was ich etwas umständlich ausgedrückt habe ist Folgendes. Der Körper der Toten wurde nicht verwertet, also gegessen oder zu Produkten des täglichen Lebens weiterverarbeitet. Für mich ist das Kannibalismus. Da besteht für mich der Unterschied.

also ein klassisches "Jein" Deinerseits :?:


In gewisser Weise tatsächlich ein Jein, aber eher die Tendenz zu einem Nein. Der Gedanke der Ausbeutung, Entrechtung und ideologischer Überformung ist in beiden Fällen gegeben, doch steht der Vergleich auf etwas wackligen Beinen. Es passt insofern nicht, weil die Grundbedingungen nicht die gleichen sind. In der Massentierhaltung wird verwertet und produziert in den Lagern wurde vernichtet und dem Erdboden gleichgemacht.
Wie gesagt ich verstehe den vergleichenden Grundgedanken, kann aber der Schlußfolgerung, die beiden Diskurse miteinander zu vergleichen, nicht nachvollziehen, weil sie m.E. nicht passen.
Es wäre ebenso unpassend, wenn ich Animal Farm mit Lord of the Flies vergleichen würde, selbst wenn sich einige Parallelen finden lassen.

Liebe Grüße
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