Hier meine Gedanken dazu. ich bin 40 und weiblich.
HM. Nun ist also eine Woche rum. So schnell ging das und so easy. Aber eine Woche ist nix. Ich habe beschlossen das Ganze als ernste Umstellung zu betrachten, wenn 3 Monate rum sind. Heute habe ich mir viele Gedanken über das Thema gemacht und über die Gehirnwäsche:
Warum habe ich das nicht schon eher gemacht? Wie konnte ich das jahrelang mit mir vereinbaren?
Ich glaube es kommt daher, weil ich ein Mensch bin, der immer in Gedanken ist und gang ganz viel unbewusst nebenher macht. Zum Beispiel essen. Ich verfolge auch immer wieder in meinem Leben irgendwelche Pläne. Ein zentraler Plan in meinem Leben war das Zunehmen. Wie nehme ich bloss zu? Was macht DICKER? Das Thema Ernährung war vom 6. - 16. Lebensjahr ein Feind. Vom 20. - 27. Lebensjahr verkörperte sie die Selbständigkeit, ich wohnte nicht mehr bei meinen Eltern, musste mich selbst ernähren. Auch eine finanzielle Frage war es vom 30. bis zum 34. Lebensjahr.
Während der ganzen Zeit aber liebte ich die Tiere. Inbrünstig und von Herzen. Ich fing mit 27 an, es "indianisch" zu machen, wenn ich ein Stück Fleisch (wohlgemerkt Fleisch oder 1/2 Hähnchen) aß, bedankte ich mich bei dem Tier, daß es mich ernährte. Mit ca. 28 aber konnte ich kein Fleisch mehr kaufen, was wie Fleisch aussah. Das war mir aber nicht BEWUSST. Denn alles veränderte ging. Hackfleisch, Cevapcici, alles was es so gibt was eben nicht wie ein Leichenteil aussieht.
Hier macht sich die Gehirnwäsche bemerkbar. Die kleinen runden knusprigen Scheiben auf der Pizza, wo ich immer drauf geachtet habe, dass sie sich leicht anheben im Ofen, die Dinger mit denen man sich also DOCH beschäftigt hat, war keine Salami. Es gibt kein Tier mit dem Namen Salami.
Viele Langzeitvegis werden sich fragen: wie kann man aber nur so dumm sein? Man kann. Gut, ich bin jetzt nie auf die Idee gekommen zu denken, ein Vegi esse aber doch wohl Huhn ! *lol* Aber das ist auch wieder eine Generation eher, die so etwas nicht kapiert. Da ist scheinbar eine Schranke. Wenn man der Zigarettenwerbung unterstellt, in die Psyche der Menschen einzugreifen, wie ist es erst bei Fleisch und Wurst? Da wird nichtmals drüber geredet daß es dazu gehört, es gehört dazu.
Aber das soll alles keine Entschuldigung sein. Ab und an bin ich aus meinem Schlaf, aus meiner Hypnose erwacht. Aber meine Versuche waren dann eher halbherzig und schnell wieder durch andere Pläne oder diverse Problembewältigungen überdeckt. Es war kein Ziel dann, sondern ein Vorsatz, der schnell wieder vergessen wurde. So wie Sport oder Cellulitebekämpfung o.Ä. Ganz sicher war ich darin, niemals Pelze zu kaufen, also was heisst sicher, hier war keine Frage, so wie jetzt. Schaffe ich das ohne Pelze, Zoos, Zirkus oder Tierversuche zu leben ? *lach*
Deshalb habe ich auch ein wenig Angst vor mir selber, denn heir geht es um ein tägliches Thema, das sein muss: Essen. Aber die brauche ich nicht haben glaube ich. Vor einer Woche habe ich mir erlaubt, um mich nicht gleich zu überfordern, ausser Wurst und Fleisch noch Tierkörper zu essen, wenn er bis zur Unkenntlichkeit zermahlen ist, also ein Fleischpulver, Gelatine oder was weiß ich.
Ich konnte aber die japanischen Nudelsuppen NICHT mit dem Huhnpulver essen. Ich habe beim Einkaufen alle Zutatenlisten durchgelesen. Man weiß ja nie, wo Fleisch drin ist. Ich bemerke eine Art integrierte Ablehnung, einen regelrechten Wiederstand, einen Impuls, das nicht essen zu wollen. Von Selbst. Innerlich. Es ist nun endlich an die Oberfläche des Bewusstseins gelagt.
Tanze ich jetzt vor Freude über die Tatsache, daß wegen mir keine Schlachttiere mehr sterben? Weine ich darum, daß ich viel viel viel zu lange so dumm war?
Nein, am besten wird es sein, die Gegenwart zu geniessen. Ein reines Gewissen kann sowieso niemand haben. Ich versuche also, mir die Vergangenheit nicht vorzuwerfen (was momentan aber weh tut) und die Zukunft nicht zu idealisieren oder mit Ängsten vor meinem Durchhaltevermögen zu besetzen. Ich lebe jetzt und hier: vollkommen fleischlos und nicht mehr nur fleischarm.
Den Tieren helfen:


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